Die Zukunft der SEO – Ein Ausblick zur Digitalisierung

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Spätestens zu Zeiten des Wahlkampfes sind politische Diskussionen wieder etwas mehr „im Trend“. Ein Großteil von 4 Jahren Desinteresse mündet online in von Halbwissen durchsiebte Debatten und Partei-Bashings. Visionen und Zukunftspläne vermissen wir sowohl in der Parteienlandschaft, als auch bei uns selbst – den Wählern. In welcher Lage befindet sich die Suchmaschinenoptimierung in diesem Kontext? Heute, liebe Leser, wage ich einen kleinen Blick in die Zukunft.

Digitalisierung und Arbeitsplätze

Ökonomen und Philosophen wie Precht warnen inzwischen davor, dass das Thema „Digitalisierung“ mit seinen Auswirkungen kaum oder nicht ausreichend thematisiert wird. Lösungen liegen nicht wirklich auf dem Tisch oder zumindest sind sie kaum erkennbar. Die Automobil-Branche steht vor einem großen Wandel, aber auch dass Digital-Business sowie die Industrie.

Ein großer Teil von uns, der heute noch einer Arbeit nachgeht, wird in einigen Jahren vielleicht nicht mehr gebraucht. Teilweise ist hier von ganzen 40% aller Arbeitsplätzen die Rede. Die Welt berichtet sogar von über der Hälfte aller Arbeitsplätze. Im Online-Marketing stehen wir ziemlich nah an diesem Strom. Trifft es also vor allem auch uns SEOs?

Automatisierung & Datenflut

Jeder, der digital wirtschaftet, sollte von Jahr zu Jahr bereits gemerkt haben, wie schnell und effektvoll die Automatisierung von Prozessen voranschreitet. Im Bereich „SEO“ sind Tools deutlich leistungsfähiger, schneller und aktueller geworden. Innerhalb kurzer Zeit haben wir Datenmengen auf dem Desktop, die mit dem bloßen Auge kaum noch zu bewältigen sind.

Gerade bei der Suchmaschinenoptimierung geht es ja eigentlich darum, systematische Fehler zu korrigieren und dem Nutzer eine bessere Erfahrung auf Websites zu verschaffen. Die Folge unseres Wirtschaftens hat aber vor allem eines zur Folge – Mehr Konkurrenz und das bedeutet für SEOs auch:

  • Mehr Konkurrenz
  • Mehr Websites und mehr Unterseiten
  • Mehr Backlinks und mehr Content
  • Mehr Medien und mehr Angebote
  • Mehr Ranking-Faktoren und mehr Bewertungs-Indexes
  • Mehr notwendige Maßnahmen bei größerem Umfang
  • Mehr Recherche und mehr Plattformen/Endgeräte
  • Mehr Diversifizierung und steigende Qualitätsanforderungen

Und all das bei einer gleichbleibenden oder nur bedingt steigenden Nachfrage. Folglich ist es logisch, dass sich die Spreu vom Weizen immer stärker und schneller trennt. „Schlechte“ SEOs landen dabei im Abseits. Doch sind sie wirklich schlecht? Natürlich gibt es in diesem Business SEOs, die mit altem Wissen die neuen Wege gehen wollen, aber dazu gehören meiner Meinung nach nur ein paar.

Vielmehr sind es meiner Erfahrung nach übersehene Details, technische Überforderung oder Datenüberflutung, die eine gesunde Psyche und Physis auf Dauer in die Knie zwingen. Wir SEOs müssen in kürzerer Zeit immer mehr Daten analysieren, auswerten und in sinnvolle Maßnahmen transformieren.

In Kleinunternehmen ist dafür kaum noch Budget übrig und in mittleren Unternehmen schrumpft es ebenfalls in einem markanten Anteil. Ist hier Automatisierung die Lösung? Können Tools und Softwares uns SEOs ersetzen?

Automatisches SEO? Jein.

Ich zweifle daran, dass der Suchmaschinenoptimierer innerhalb der nächsten 5 Jahre von der Bildfläche verschwindet. Er ist nicht so stark betroffen von der Digitalisierung – er ist bislang noch ein Teil davon. SEOs sind und werden auch noch einige Jahre das „notwendige Übel“ sein, welches die Fehler der Automatisierung ausmerzt.

Das liegt vor allem daran, dass automatisierte Prozesse im Bereich Kommunikation (was SEO letztendlich beinhaltet) immer wieder Fehler erzeugen, die computergesteuert nicht zu beheben sind. Dafür ist der Mensch (zum Glück) noch zu komplex und die Technologie (zum Glück) noch ohne die notwendige KI.

Gravierende Änderungen sehe ich vor allem im Arbeitsablauf bzw. dem Arbeitsinhalt.

Der neue Suchmaschinenoptimierer

Früher wurden Backlinks und Keywords zusammengesucht und platziert. Dabei war allerdings die Beschaffung der Datenbasis viel aufwändiger, als heute. Entweder machten wir es manuell oder mit sperrigen Tools, die auch veraltete oder falsche Daten liefern konnten und erneut überprüft werden mussten.

Heute ist das Verständnis von „Marketing“ bedeutsam in den SEO-Begriff eingedrungen. Es geht nicht mehr nur um Keywords, Suchvolumen und Backlinks. Es geht um den User und wie man ihn mit allen Mitteln der Kunst ansprechen und für sich gewinnen kann. Die SEO ist hierfür ein Werkzeug geworden und nicht weiterhin „die Lösung“.

Daten werden heute viel schneller, aktueller und umfassender beschafft. Viel aufwändiger ist jedoch die Analyse, Auswertung und Umsetzung. Besonders „Empathie“ spielt eine deutlich größere Rolle als früher. Wer sich in potenzielle Kunden aus unterschiedlichsten Geschäftsfeldern nicht hineinversetzen kann, wird kaum noch eine sinnvolle Beratung zustande bringen.

Der bittere Beigeschmack

Dass SEOs von der Digitalisierung vorerst nicht maßgeblich betroffen sind, ist aber nur meine eigene optimistische Einschätzung. Selbst, wenn diese zutrifft, haben wir in diesem Metier mittlerweile ein ganz anderes Problem. Die Wirtschaftswelt dreht sich immer schneller. So müssen Lösungen natürlich auch schneller auf den Tisch.

Wie das bei immer größeren Datenmengen möglich sein soll? Wer keine Überstunden machen und sich nicht an den Rechner ketten will, wird hier langfristig weniger Aufträge abgreifen können. Die gravierenden Auswirkungen sehe ich also in psychischer und physischer Hinsicht für SEOs:

  1. Lange Arbeitstage vor dem Rechner, ohne großartige Abwechslung und Bewegung
  2. Wenig Freizeit und ständige Erreichbarkeit wird notwendiger
  3. Hohe Einkommensschwankungen und weniger Langfristigkeit bei Aufträgen
  4. Konzentrationsstörungen und Verrohung
  5. Soziale Unausgeglichenheit und letztendlich sogar Weltfremdheit
  6. Totale Abhängigkeit von der Gunst der Auftraggeber
  7. Steigender Zeitbedarf für mehr und häufigere Akquise
  8. Überforderung durch Mehrsprachigkeit oder Themenvielfalt

Wie lässt sich hier einlenken?

Kurz, knapp und düster gesprochen: Gar nicht! Zumindest nicht als Selbstständiger SEO. Die Kräfte werden sich zentralisieren. In wenigen und großen Agenturen, die als GmbHs, AGs oder Konzerne organisiert sind. Dadurch stirbt allerdings auch etwas, das eigentlich eine große Bedeutung hat:

  1. Die persönliche Beziehung zum Kunden
  2. Die Kommunikation auf Augenhöhe
  3. Das (oft auch sinnvolle) Abweichen vom Schema F
  4. Eine vielfältige Landschaft an Lösungen, Angeboten und Leistungen

Letztendlich sehen wir also, dass Digitalisierung uns auch als SEO nicht wirklich Glückseligkeit verschafft. Zwar wird dieser Beruf meiner Meinung nach fürs Erste nicht aussterben, aber er wird immer unattraktiver, weil richtiges SEO langsam aber sicher auch richtig schwere Arbeit geworden ist.

Ob das gesamte Wettbewerb-Denken den Karren irgendwann vor die Wand fährt? Gewiss. Schließlich versuchen wir inzwischen mit den Maschinen Schritt zu halten, anstatt die Maschinen an unserem Tempo auszurichten.

Wenn es dazu kommt, dass die Digitalisierung eine künstliche Intelligenz in den SEO-Tools verankert, wird es allerdings auch schnell mit unserer Branche dahin sein. Das bedeutet nämlich, dass Tools auch Inhalte generieren können, Meta-Daten präzise erstellen und Keywords optimal unterbringen.

Automatische Analysen entstehen dann durch das simple Eingeben einzelner Schlagwörter. Passende Keywords werden automatisch ermittelt, Inhalte mithilfe von verknüpften Daten online neu erstellt und sogar automatisch passende Seiten auf Websites generiert.

Soweit ich die Lage einschätzen kann, wird es noch vor dem Jahre 2030 soweit sein. Bis dahin sind wir auch als Mensch so getrimmt, dass wir eine gewisse „Maschinensprache“ als normal empfinden und menschliche Optimierung kaum noch Vorteile bringt. Dann heißt es für „menschliche“ SEOs:

„Adieu!“

CEO und SEO von EchoDreams. Seit 2008 geschäftlich online aktiv. Freut sich wie ein Kind, wenn eine neue Website zu erstellen ist. Hat seine Abschlussarbeit im Studium über Suchmaschinenmarketing-Werkzeuge geschrieben und ein Dutzend Projekte im Internet aufgebaut. Sieht SEO etwas anders und hat deshalb EchoDreams gegründet.

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Über EchoDreams

Eine kleine aber professionelle Online-Marketing Agentur mit dem Schwerpunkt SEO und Usability.

In diesem Blog behandle ich SEO-Themen, die ich für interessant und wissenswert erachte.

 

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